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Jim Lee & Brandon Choi
Erschienen
Die Fantastischen Vier #2
03/1999
Panini Verlags GmbH, Nettetal
24 Seiten / DM 3,95
Die mit viel Vorschusslorbeeren ausgestattete "Wiedergeburt der Helden"-Reihe geht in die zweite Runde. Bei den "Fantastischen Vier" sieht man auch, warum gerade diese Hefte so viel Wind gemacht haben.

Jim Lee und Brandon Choi vitalisieren die alten Helden, die schon so viel mitgemacht haben. Als eine der ersten Marvel-Serien sind sie ein Klassiker, John Byren verhalf den Vieren zu neuem Ruhm, auch der Dreiteiler von Art Adams ist lesenswert; auf der anderen Seite viele Wiederholungen in den Geschichten, dauernde Änderungen um das Ding (mal Ding, mal Mensch, mal Frau, mal zu zweit usw.), schlechte Zeichner; alles was einer alten und noch laufenden Serie so passieren kann.

Jetzt also die Frischzellenkur aus dem Hause Image. Und es funktioniert! Knackige Mädels, bunte und detailreiche Zeichnungen, flotte Story, die sich an der Vorlage orientiert, sie aber nicht abschreibt - das macht einfach Spaß!

Ein Merkmal der "Die Wiedergeburt der Helden"-Storys ist das Vermengen bekannter Handlungselemente, was ja auch schon bei Amalgam sehr erfolgreich gelang.
Hier sind es neben den Fanta4 die Organisation S.H.I.E.L.D. und deren Boss Nick Fury. Besonders die von Steranko gestalteten Storys sind echte Highlights der Nick-Fury-Hefte. Doch auch die Zeichnungen von Jim Lee brauchen sich nicht zu verstecken. Seit seinem Weggang von Marvel sahen die X-Men nie wieder so gut aus. Schließlich verhalfen ja auch seine Bilder - neben Todd Mc Farlanes "Spawn" - dem Image-Verlage zu seinem Höhenflug. Bei den "Fantastischen Vier" ist Lee aufgeräumter als bei den Mutanten um Professor Xavier, wo er aufgrund der vielen Details und der ineinandergreifenden Panels manchmal fast unleserlich wurde.

Das glatte Papier der deutschen Ausgabe läßt erst so richtig die Farben leuchten, und das tut der popigen Geschichte sichtlich gut. Nur die Übersetzung ist nicht das Gelbe vom Ei.
Das grundlegende Problem bei der Übertragung ins Deutsche ist, daß im deutschen Text mehr Wörter gebraucht werden, als im englischen Original. Wie es dabei auch noch passieren kann, daß die im Original randvollen Sprechblasen im Deutschen halb leer sind, ist zunächst schleierhaft. Es kommt jadoch daher, daß Zusammenhänge und Ausschmückungen einfach weggelassen wurden. Das verändert zwar nicht die Geschichte, nimmt ihr aber den Charakter.


Was als erstes an diesem Heft auffällt: Es ist dünn! 24 Seiten machen ein Heft halt nicht richtig dick!
So bekommt man für knappe vier Mark zwar wenige, aber gute Comicseiten.