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Klaus Teuber
Erschienen
Die Sternenfahrer von Catan
02/2000
Kosmos Verlag, Stuttgart
Gesellschaftsspiel für 3 oder 4 Mitspieler ab 12 Jahre / um DM 70.--
Wer Spiele mag, kommt an Catan nicht vorbei. Egal ob als normales Brettspiel - dem Klassiker - der Computer-Version oder jetzt auch als Spiel im Internet. Aber was macht man, wenn man von der Insel genug hat? Ab ins All!

"Die Sternenfahrer von Catan" bieten alles, was auch seine Vorgänger so beliebt gemacht hat: Erobern im Rundentakt mit der gewürfelten Zufallskomponente und Handeln mit den Mitspielern. Doch die "Sternenfahrer" ist nicht nur ein Catan 2. Vor allem bei der Aufmachung hat man kräftig zugelegt. Am augenfälligsten: Der quadratischen Packung liegen vier Plastik-Raumschiffe bei, die als eigenwillige Würfel dienen.

Zu Beginn ist man erschreckt von der Fülle der Kleinteile in der Packung. Freundschaftskarten und -scheiben, Raumschiffe, Sternenbasen, kleine Karten, mittelgroße Karten und ganz große Karten; wer Angst vor komplizierten Spielen hat, möchte hier am liebsten den Karton wieder zu machen und in die Ecke feuern.

Wer aber die Hürde des Speilaufbaus genommen hat wird recht schnell in das Spiel finden. Trotz der vielen Regeln spielt sich "Sternenfahrer" fast intuitiv. Schnell erkennt man die Vorteile der einzelnen Ausbaustufen der Raumschiffe und beginnt zu handeln. Ebenso wie beim "Ur-Catan" liegt hier der große Spaß des Spiels. Gibt mir der Spieler mit dem vielen Treibstoff was ab, auch wenn ich ihm gerade die Handelsstation streitig gemacht habe?

Oft trifft man auf andere Völker im Weltraum. Da gibt es Piraten, Händler und das wandernde Volk. Dann muss man sich entscheiden: Reagiert man auf den Hilferuf, schenkt man dem wandernden Volk Güter oder vertraut man den Piraten. Wie im wahren Leben bleibt keine Entscheidung ohne Folgen. Jedes Ereignis hat allerdings mehrere mögliche Ausgänge, so dass auswendig lernen nichts nützt.

Mit seinem Raumschiff versucht man lukrative Planeten zu besetzten. Aber erst wenn man an einem Planeten angekommen ist, kann man Anhand dem verdeckt liegendem Planetenkärtchen sehen, ob es sich um einen unbesiedelbaren, einen eher uninteressanten oder einen tollen Planeten handelt.
Gut ist es auch, Handelsstationen als Erster zu erreichen. Hier gibt es neben wertvollen Gewinnpunkten auch Zusatzfähigkeiten wie mehr Antriebsenergie oder günstige Tauschkurse mit der Bank.
Einige Planeten sind vereist oder Piratennester und lassen sich erst mit Waffengewalt oder bei entsprechender Frachtkapazität erobern. So sind verschiedene Spielphasen eingebaut, die das Spiel über die zuweilen recht lange Spieldauer nicht langweilig werden lässt.

Ein großes Manko des Spiels ist, dass man es nur zu viert wirklich sinnvoll spielen kann. Obwohl der Verlag die "Sternenfahrer" auch für drei Spieler empfiehlt, ist einer der Drei klar im Vorteil. Also: Vier Freund müsst Ihr sein!

Können sich die Spieler beim Handeln nicht einigen, dauert ein Spiel auch locker mal über drei Stunden. Man muss sich also richtig Zeit nehmen.

Ein oder mehrere Säckchen für die vielen Kleinteile wären wünschenswert gewesen. Leider sind keine Ersatzteile mit enthalten - geht einmal einer der spielentscheidenden Teilchen verloren, muss man sich selbst Ersatz basteln.

Damit erhöht sich die Anzahl an Vorraussetzungen um mit diesem Spiel Spaß haben zu können auf mindestens drei: Vier Spieler, die sorgsam mit dem Spiel umgehen und etwas Geduld mitbringen. Also nichts für den Kindergeburtstag. Sind diese Anforderungen erfüllt, steht einem unterhaltsamen Abend mit einem schön gemachten Spiel nichts im Wege.